Somatik und Yoga: Zwei Wege zur Körperarbeit
Beide Praktiken arbeiten mit dem Körper und dem Atem. Doch ihre Philosophie und Herangehensweise unterscheiden sich grundlegend.
Die Philosophie
Yoga:
- Ursprung: Indische Tradition, über 5000 Jahre alt
- Ziel: Vereinigung von Körper, Geist und Seele
- Weg: Durch Praxis zur Erleuchtung
- Acht Glieder: Asanas sind nur ein Teil
Somatik:
- Ursprung: Westliche Körpertherapie, 20. Jahrhundert
- Ziel: Funktionsverbesserung des Nervensystems
- Weg: Durch Wahrnehmung zur Veränderung
- Fokus: Rein auf körperliche Erfahrung
Die Praxis
In einer Yoga-Stunde:
- Der Lehrer zeigt Positionen (Asanas)
- Du versuchst, die Form nachzuahmen
- Es gibt "korrekte" Ausrichtungen
- Atem wird bewusst gesteuert
- Oft spirituelle Elemente (Mantras, Meditation)
In einer Somatik-Session:
- Der Lehrer gibt verbale Anleitungen
- Du erforschst Bewegungen von innen
- Es gibt kein "richtig" oder "falsch"
- Atem fließt natürlich
- Rein körperbezogen, keine spirituellen Elemente
Was verbindet beide?
- Bewusste Körperarbeit
- Verbindung von Bewegung und Atem
- Positive Wirkung auf das Nervensystem
- Stressabbau
- Mehr Körperbewusstsein
Welcher Ansatz passt zu dir?
Wähle Yoga, wenn du:
- Spirituelle Praxis suchst
- Gerne in Gruppen übst
- Feste Strukturen magst
- Flexibilität und Kraft aufbauen willst
- Eine Gemeinschaft suchst
Wähle Somatik, wenn du:
- Chronische Schmerzen hast
- Rein körperlich arbeiten möchtest
- Selbstwahrnehmung verbessern willst
- Traumafolgen körperlich spürst
- Subtilere Arbeit bevorzugst
Die ideale Kombination
Viele Menschen praktizieren beides - und profitieren davon. Somatische Übungen können:
- Vor dem Yoga aufwärmen
- Verspannungen lösen, die Yoga-Praxis einschränken
- Das Körperbewusstsein für tiefere Yoga-Praxis schärfen
- Nach dem Yoga zur Integration helfen
Es muss kein Entweder-oder sein.